Kurzantwort
Ein Glashaus-Wintergarten hat ein überwiegend verglastes Dach und verglaste Wände, häufig auf einer niedrigen Brüstungsmauer. Ein Wintergarten hat große Fenster, aber meist ein geschlossenes oder gedämmtes Dach und lässt sich deshalb am einfachsten ganzjährig nutzen. Ein Vollglas-Wintergarten ist für maximalen Lichteinfall an nahezu allen Flächen einschließlich des Daches verglast. Die Bezeichnungen überschneiden sich je nach Region. Vergleichen Sie daher Dachkonstruktion und Verglasung statt der Namen.
Was unterscheidet einen Glashaus-Wintergarten, einen Wintergarten und einen Vollglas-Wintergarten?
Beim Vergleich von Glashaus-Wintergarten, Wintergarten und Vollglas-Wintergarten liegt der Hauptunterschied im Dach: Ein Glashaus-Wintergarten hat ein überwiegend verglastes Dach auf einer verglasten Rahmenkonstruktion oder einer Konstruktion mit niedrigen Brüstungsmauern. Ein Wintergarten hat meist ein geschlossenes oder gedämmtes Dach und große Fenster in den Wänden. Ein Vollglas-Wintergarten ist an nahezu allen Flächen einschließlich des Daches verglast, um möglichst viel Sonnenlicht einzulassen. Alle drei sind verglaste Räume, die an ein Haus angebaut sind oder in dessen Nähe stehen.
Die Bezeichnungen überschneiden sich und werden von Baufirmen, in verschiedenen Regionen und in Werbematerialien uneinheitlich verwendet. Im Vereinigten Königreich und in Europa ist „conservatory“ die alltägliche Bezeichnung für nahezu jeden Glasanbau. In Nordamerika ist „sunroom“ der übliche Begriff, während „solarium“ meist eine vollständig verglaste Variante mit einem Glas- oder Polycarbonatdach bezeichnet. Die konstruktiven Unterschiede zu verstehen ist wichtiger als die Bezeichnung, denn Dachverglasung, Dämmung und Lüftung bestimmen, wie angenehm der Raum im Jahresverlauf ist.
Glashaus-Wintergarten, Wintergarten und Vollglas-Wintergarten im direkten Vergleich
| Merkmal | Glashaus-Wintergarten | Wintergarten | Vollglas-Wintergarten |
|---|---|---|---|
| Dach | Überwiegend Glas oder Polycarbonat; teilweise ein Ziegeldach oder ein geschlossenes Leichtbaudach | Meist geschlossene oder gedämmte Paneele, teilweise mit Dachfenstern | Glas oder Polycarbonat über nahezu die gesamte Dachfläche |
| Wände | Verglasung auf einer niedrigen Brüstungsmauer oder raumhohe Verglasung | Große Fenster, häufig mit Brüstungsmauern | Verglasung vom Boden oder von der Brüstungsmauer bis zum First |
| Typischer Stil | Traditionell (viktorianisch, edwardianisch, mit Satteldach oder als Pultdachanbau) oder als moderner Glaskubus | Wohnraumähnlich, fügt sich in das Haus ein | Gebogene oder geradlinige Vollverglasung, häufig als Pultdachanbau |
| Lichtangebot | Hoch | Mittel bis hoch | Am höchsten |
| Überhitzungsrisiko | Hoch ohne Lüftungsöffnungen und Beschattung | Am niedrigsten | Am höchsten |
| Ganzjähriger Komfort | Abhängig von Dachverglasung und Heizung | Am einfachsten für die Nutzung in allen vier Jahreszeiten auszulegen | Benötigt Hochleistungsverglasung, Beschattung und Lüftungsöffnungen |
| Übliche Nutzung | Aufenthaltsbereich, Essbereich, Pflanzen | Wohnraum, Büro, Essbereich | Pflanzen, Wellnessbereich, sonniger Aufenthaltsbereich |
Was bedeutet Glashaus-Wintergarten?
Das englische Wort „conservatory“ geht auf die Idee zurück, Pflanzen zu bewahren. Der englische Glashaus-Wintergarten entstand als verglastes Gebäude, in dem wohlhabende Haushalte Zitrusbäume und frostempfindliche Pflanzen durch die Winter nördlicher Regionen brachten. Die Schaugewächshäuser botanischer Gärten sind die großen, öffentlich zugänglichen Nachfolger dieser Gebäude. Heute dient der Glashaus-Wintergarten hauptsächlich als Wohnraum. Seine Definition beruht jedoch weiterhin auf verglastem Dach und verglasten Wänden sowie dem Anbau an ein Haus, wobei Pflanzen häufig Teil der Gestaltung sind.
Zu den gängigen Formen des Glashaus-Wintergartens gehören der Pultdachanbau mit einer einzelnen geneigten Dachfläche an der Hauswand, der viktorianische Stil mit einer facettierten, erkerförmigen Front, der edwardianische Stil mit quadratischem oder rechteckigem Grundriss und Walmdach, der giebelständige Glashaus-Wintergarten, Kombinationen in P- und T-Form sowie der moderne Glaskubus mit flachem oder schwach geneigtem Dach.
Was ist ein Wintergarten?
Ein Wintergarten ist ein Raum, dessen Wände hauptsächlich aus Fenstern bestehen. Er soll Tageslicht hereinlassen und sich zugleich wie ein Teil des Hauses anfühlen. Die meisten haben ein geschlossenes, gegebenenfalls gedämmtes Dach, das den Wärmeeintrag im Sommer und den Wärmeverlust im Winter begrenzt. Deshalb lässt sich der Wintergarten von den drei Varianten am einfachsten zu jeder Jahreszeit nutzen. Informationen zu Typen, Materialien und Größen finden Sie in unserem Ratgeber zu Wintergarten-Bausätzen.
Was ist ein Vollglas-Wintergarten?
Ein Vollglas-Wintergarten ist auf maximalen Sonnenlichteinfall ausgelegt. Er hat verglaste Dach- und Wandflächen, häufig mit gebogenen Traufbereichen. Kleine und wandmontierte Vollglas-Wintergärten sind als Pultdachanbauten verbreitet. Die Bausätze verwenden dieselben Aluminiumrahmen- und Glasscheibensysteme wie Glashaus-Wintergärten. Ein an das Haus angebauter Vollglas-Wintergarten kann einen hellen Pflanzenraum oder eine Einhausung für einen Wellnessbereich bilden. Ein vollständig verglastes Dach nimmt an sonnigen Tagen jedoch sehr viel Wärme auf und verliert in klaren Nächten Wärme. Deshalb sind Sonnenschutzglas, Jalousien und hoch angeordnete Lüftungsöffnungen unverzichtbar.
Orangerie oder Glashaus-Wintergarten: Was ist der Unterschied?
Eine Orangerie ist ein verglaster Raum mit einem höheren Anteil geschlossener Bauteile: Pfeiler aus Ziegel oder Naturstein, ein umlaufender geschlossener Dachbereich, häufig mit einer raumseitigen Decke, und eine zentrale verglaste Dachlaterne. Ein Glashaus-Wintergarten hat sowohl im Dach als auch in den Wänden wesentlich mehr Glas. Orangerien wirken eher wie ein dauerhafter Anbau und lassen sich leichter auf einer stabilen Temperatur halten. Glashaus-Wintergärten bieten mehr Licht und kosten meist weniger pro Quadratmeter.
Glashaus-Wintergarten und Gewächshaus: Ist das dasselbe?
Nein. Ein Gewächshaus in Form eines Glashaus- oder Vollglas-Wintergartens kann ähnlich aussehen, ist aber vorrangig für Pflanzen ausgelegt:
- Klimaziele: Gewächshäuser richten Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht auf die Kulturpflanzen aus; Glashaus-Wintergärten auf den Komfort der Menschen.
- Luftfeuchtigkeit: Pflanzen geben viel Feuchtigkeit ab, die ein Wohnraum auf Dauer nicht verträgt.
- Lüftung: Gewächshäuser benötigen im Verhältnis zur Grundfläche meist deutlich mehr Dachlüftungsfläche als Wohnräume.
- Böden und Innenausstattung: Gewächshäuser haben nässebeständige Böden mit Entwässerung; Glashaus-Wintergärten sind mit Möbeln und Bodenbelägen ausgestattet.
Ein angebauter Vollglas-Wintergarten mit Gewächshausfunktion kann beide Aufgaben erfüllen, wenn er durch eine Tür vom Haus getrennt ist und über eine leistungsfähige Lüftung verfügt. Informationen zu angebauten Anbaukonstruktionen finden Sie in unserem Ratgeber zu Anlehngewächshäusern.
Welches Dach eignet sich am besten für einen Glashaus-Wintergarten?
Das Dach des Glashaus-Wintergartens bestimmt den Komfort stärker als jedes andere Bauteil.
- Glasdach: die klarste Sicht und die längste Lebensdauer. Wählen Sie Doppelverglasung aus Einscheiben- oder Verbundsicherheitsglas mit Sonnenschutz- und Low-E-Beschichtungen.
- Polycarbonatdach: leichter und günstiger, streut das Licht und ist schlagfest, bei Regen jedoch lauter und weniger durchsichtig. Mehrstegplatten dämmen besser als einschichtige Platten; einen Vergleich finden Sie unter Polycarbonat- und Glasplatten im Vergleich.
- Ziegelgedecktes oder geschlossenes Leichtbaudach für Glashaus-Wintergärten: gedämmte Paneele mit einer Oberfläche in Ziegeloptik, die einen Glashaus-Wintergarten stärker einem Wintergarten mit geschlossenem Dach annähern. Die Rahmenkonstruktion muss auf die zusätzliche Last geprüft werden; dies ist eine statische Änderung, keine rein optische.
- Hybrid: geschlossene, gedämmte Bereiche mit verglasten Dachoberlichtern.
Energieempfehlungen für Wintergärten weisen darauf hin, dass geneigte Verglasungen im Winter mehr Wärme aufnehmen, nachts aber auch mehr Wärme verlieren und bei warmem Wetter zu Überhitzung führen können. Senkrechte Verglasungen lassen sich dagegen leichter beschatten und sind weniger anfällig für Undichtigkeiten. Dieser Zielkonflikt gilt unmittelbar auch für die Dachwahl.
Wie wird ein Glashaus-Wintergarten gebaut?
Der Bau eines Glashaus-Wintergartens erfolgt in derselben Reihenfolge, unabhängig davon, ob Sie einen Bausatz oder eine vollständig maßgefertigte Konstruktion wählen:
- Planungs- und Bauvorschriften prüfen. Erkundigen Sie sich, ob der Anbau genehmigungspflichtig ist und welche Anforderungen an Energieeffizienz, Statik und brandschutztechnische Trennung gelten.
- Den Raum planen. Wählen Sie Stil, Grundfläche, Dachtyp, Verglasung, Türen und Lüftungsöffnungen. Die Ausrichtung ist wichtig: Nach Süden ausgerichtete Räume erhalten die meiste Sonne, nach Norden ausgerichtete die wenigste.
- Die Fundamente herstellen. Heben Sie den Boden aus und betonieren Sie Fundamente und Bodenplatte. Sehen Sie eine Feuchtigkeitssperre und bei beheizten Räumen eine Dämmung vor.
- Gegebenenfalls Brüstungswände errichten. Verwenden Sie Ziegel, Mauersteine oder gedämmte Paneele bis zur vorgesehenen Höhe.
- Die Rahmenkonstruktion aufstellen. Montieren Sie den Rahmen aus Aluminium, uPVC oder Holz, befestigen Sie die Wandpfette am Haus und dichten Sie den Anschluss mit einem Anschlussblech ab.
- Dach und Wände verglasen. Setzen Sie Glas oder Polycarbonat ein und montieren Sie anschließend Türen und zu öffnende Fenster.
- Abdichten, ausbauen und belüften. Dichten Sie Fugen ab, montieren Sie Jalousien und Lüftungselemente und installieren Sie Heizung, Elektrik und Bodenbelag.
Das Rahmenmaterial beeinflusst den Wartungsbedarf und die Profilbreite. Glashaus-Wintergärten aus Aluminium haben die schlanksten Profile und eine lange Lebensdauer, insbesondere mit thermischer Trennung. Glashaus-Wintergärten aus Holz und Hartholz passen zu historischen Häusern, benötigen jedoch eine Oberflächenbehandlung. uPVC ist bei preisgünstigen privaten Glashaus-Wintergärten verbreitet.
Wie viel kostet ein Glashaus-Wintergarten?
Die Preise für Glashaus-Wintergärten variieren stark je nach Größe, Stil, Verglasung und Region. Verlassen Sie sich nicht auf einen Durchschnittswert, sondern vergleichen Sie Angebote anhand dieser Kostenfaktoren:
- Grundfläche und Stil (ein Anlehnwintergarten kostet weniger als eine viktorianische oder P-förmige Ausführung mit ähnlicher Fläche)
- Rahmenmaterial und thermische Trennung der Profile
- Dachtyp: Polycarbonat, Glas oder ziegelgedeckt/geschlossen
- Verglasung: Doppel- oder Dreifachverglasung, Sonnenschutz- und selbstreinigende Beschichtungen
- Fundamente, Brüstungswände und Erdarbeiten
- Türen, Lüftungselemente, Jalousien, Heizung und Elektrik
- Bausätze zur Selbstmontage gegenüber Lieferung mit Montage
Vorgefertigte Bausätze für Glashaus-Wintergärten und vollverglaste Wintergärten senken die Planungs- und Rahmenkosten. Montage, Fundamente und Ausbau werden jedoch immer nach den örtlichen Preisen kalkuliert.
Wie bleibt ein Glasraum das ganze Jahr über angenehm?
Für welchen Raum Sie sich auch entscheiden: Der Komfort hängt davon ab, wie Sonneneintrag, Wärmeverlust und Luftbewegung geregelt werden. Nutzen Sie diese Checkliste, wenn Sie einen Entwurf oder die Spezifikation eines Lieferanten prüfen:
- Ausrichtung: Nach Süden ausgerichtete Räume erhalten auf der Nordhalbkugel die meiste Wintersonne, benötigen aber auch die stärkste Beschattung im Sommer; nach Osten ausgerichtete Räume bieten oft die angenehmsten Bedingungen für das Frühstück und für Pflanzen.
- Dachverglasung: Wählen Sie für Wohnräume Isolierglas mit Sonnenschutz- und Low-E-Beschichtung oder ein gedämmtes Paneeldach; Einfachverglasung eignet sich nur für die Nutzung während dreier Jahreszeiten.
- Thermische Trennung: Aluminiumprofile sollten bei beheizten Räumen thermisch getrennt sein, um Wärmeverluste und Kondensation am Rahmen zu begrenzen.
- Lüftung: Kombinieren Sie bodennahe Öffnungen mit hoch gelegenen Dachlüftungen, damit warme Luft durch den Kamineffekt entweichen kann; ergänzen Sie Ventilatoren oder automatische Lüftungsöffner, wenn der Raum häufig unbeaufsichtigt ist.
- Beschattung: Innenliegende Jalousien reduzieren Blendung, doch außenliegende oder im Scheibenzwischenraum angeordnete Beschattungen halten mehr Wärme ab, bevor sie in den Raum gelangt.
- Entwässerung und Abdichtungen: Prüfen Sie die Dimensionierung der Dachrinnen, die Dachneigung und die Ausführung des Anschlussblechs an der Hauswand, da die meisten Undichtigkeiten an diesem Übergang entstehen.
Ein Raum, bei dem diese sechs Punkte stimmen, lässt sich über einen deutlich längeren Teil des Jahres nutzen als ein günstigerer Raum mit mehr Glas, aber ohne Lüftung oder Beschattung.
Welche Variante sollten Sie wählen?
- Kaltes Klima, ganzjähriger Wohnraum: ein Ganzjahres-Wintergarten oder ein Glashaus-Wintergarten mit gedämmtem Dach oder Sonnenschutzglasdach.
- Mildes Klima, möglichst viel Licht und Pflanzen: ein Glashaus-Wintergarten oder vollverglaster Wintergarten mit guter Dachlüftung und Beschattung.
- Heißes, sonniges Klima: ein Wintergarten mit geschlossenem Dach oder ein vollständig zu öffnender Glasraum mit verschiebbaren Elementen.
- Historisches Haus: ein traditioneller Glashaus-Wintergarten oder eine Orangerie in einem zum Haus passenden Stil.
- Hotellerie, Gastronomie und Villen: ein Glashaus-Wintergarten mit verschiebbaren oder zurückfahrbaren Elementen, der sich zur Terrasse hin öffnen lässt.
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